Bewusst Leben - Körperliches Wohlsein als innere Mitte

Der vorliegende Artikel ist Teil einer Serie von Artikeln, die auf von mir gemachten Notizen bei einer Doku-Serie im TV beruhen. 

Wir verbringen zu viel Zeit im Kopf. U.a. auch daran zu erkennen, dass wir lange im Internet sind und ständig vor dem Rechner hocken oder auf unser Smartphone schauen. Mehr ins Spüren hineingehen. Das geht auch, vergessen viele jedoch.

In der Schule waren 2 Sachen gefragt, Leistung und Beherrschung. Beides sind Spannungszustände, der eine aktiv, der andere passiv. Die Mitte zwischen diesen beiden Zuständen wird oft nicht beachtet: Entspannung, Wohlsein. Vor allem das körperliche Wohlsein.

Unser Körper sagt uns, wann wir müde sind, wann es genug ist, wenn wir etwas essen müssen. Und wenn wir ein Gespür dafür entwickelt haben, dann können wir auch fühlen, was unser Körper braucht. Appetit auf einen Salat ist vielleicht der Hinweis, dass ein Ausgleich zum fettigen Essen vom Vortag günstiger wäre für unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit.

Unsere Emotionen äußern sich durch unseren Körper. Wenn ein Konflikt sich anbahnt, wo merkt man es? Durch ein Unwohlsein, eine Störung unseres bisherigen körperlichen Wohlbefindens. Unser Körper bereitet sich schon mal auf die Konfliktsituation vor, entsprechende Stresshormone beginnen durch unseren Körper zu fließen.

Wenn man sich nicht um das körperliche Wohlsein kümmert, wenn es nicht vorhanden ist, dann kann man auch nicht eine Störung des Wohlseins wahrnehmen, merkt nicht, wenn etwas nicht stimmt. Wir haben uns an ein bestimmtes Stress-Niveau gewöhnt und erleben es nicht mehr als stressig. Selbst wenn unser Körper uns nachmittags durch Müdigkeit einen Hinweis gibt. Der Körper als Warner, ein Signalgeber, der uns zeigt wenn es Zeit ist um uns auszuruhen, entweder von Leistung oder Beherrschung.

Die Pflege des körperlichen Wohlseins fängt mit dem Wissen an, wie man sich entspannen kann. Wir brauchen Routinen des Entspannens. Es ist schwierig den Körper aus dem Stand in Entspannung zu versetzen. Es bedarf Rituale, regelmäßige Übung durch Methoden wie das Autogene Training (AT), die Progressive Muskelentspannung (PMR), Atementspannung, Yoga oder einer regelmäßigen Meditation. Den Körper und den Geist sukzessive entspannen. Ein angespannter Geist und ein angespannter Körper bedingen sich gegenseitig. Entspannen wir das eine, entspannt sich das andere.

Etwas in der Art wie PMR machen Sie wahrscheinlich schon seit langem, ohne das Sie dies so nennen würden. Im Bett, abends, den Körper recken und strecken, um ihn zu entspannen. Auch morgens sich erstmal räkeln bevor Sie sich aufrichten und aufstehen, wenn der Körper sich wieder als im eigenen Besitz befindend wahrnehmen lässt. Die Techniken der PMR gehen darüber hinaus gezielt auf die Entspannung ein. PMR, AT, Yoga, Atementspannung, Meditation gehen einen unterschiedlichen Weg. Das AT wirkt über Suggestionen auf den Körper (in höheren Stufen dann auch auf den Geist und die Emotionen), die Atementspannung wirkt über die Beruhigung, den Ausgleich und der Vertiefung des Atems. Eine Meditation beruhigt/befreit den Geist, hier ist die körperliche Entspannung mehr ein Nebeneffekt. Yoga enthält sowohl körperliche als auch geistig meditative Elemente. Das Ziel ist bei allen das gleiche, wieder in einen ausgeglichenen körperlich-geistigen Zustand zu gelangen.

Je entspannter man ist, desto leerer (freier) wird der Kopf, und umgekehrt. Körperliches Wohlbefinden als Rückzugsort von Leistung und Beherrschung.

Oft reicht es schon, sich tagsüber kurz zu vergewissern wie es dem eigenen Körper sowie Geist und Seele (Gefühle) gerade geht. Beim Gang von einem Büro zum anderen spüren, wie man sich im Körper fühlt, statt schon zu überlegen wie man und was man direkt danach macht. Oder eine gelegentliche, kleine Reise durch Körper, Geist und Seele, die Übung der "Inneren Achtsamkeit".

Freundlich sein zu sich, heißt auch für gute Einflüsse auf den Körper zu sorgen: Gute, lecker schmeckende Nahrung, dem Körper dabei vertrauen, Morgens als erstes ein Glas Wasser trinken, eine angenehme Umgebung schaffen durch gute Luft, möglichst wenig Lärm, eine gute Matratze, gute Stühle, gute Schuhe, guten Autositz, angenehme Kleidung, Sofa, ... Bewegung und Reinlichkeit, ein gepflegtes Äußeres gehören mit zu den Faktoren, die uns ein körperliches Wohlgefühl ermöglichen.

Auf der Basis eines körperlichen Wohlseins kann man leichter Höchstleistung bringen und in die Spannung gehen, die für Beherrschung notwendig ist. Pflegen Sie das körperliche Wohlsein als Mitte des Lebens, als Gegengewicht zum Kopf, mit dem wir viel zu oft die Hauptarbeit machen.

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