Essen Sie zuerst den dicken Frosch

Sollte Sie jemals jemand zwingen Frösche zu essen, essen Sie zuerst den dicken.
Dann haben Sie nämlich das Schlimmste schon hinter sich.

Wenn es darum geht mit den Aufgaben des Tages zu beginnen bzw. diese zu planen, machen viele den Fehler, mit der leichtesten, angenehmsten Aufgabe zu beginnen. Es fühlt sich gut an damit zu beginnen: Schnell begonnen, schnell fertig und schnell belohnt. Aber was passiert wirklich: Wenn sie Ihre Aufgaben nach diesem Kriterium sortieren, haben Sie die schwierigste und unangenehmste Aufgabe zum Schluss. Oder anders ausgedrückt: Diese Aufgabe schieben Sie vor sich her. Und wie schön ist es doch, wenn keine Zeit mehr ist um diese zu erledigen, denn dann müssen Sie diese heute nicht mehr machen, sondern erst morgen. Und morgen schieben Sie diese Aufgabe weiter vor sich her, denn es gibt mit Sicherheit wieder Aufgaben, die einfacher oder angenehmer sind.

Versuchen Sie es doch mal anders herum.

Im Englischen gibt es den Ausspruch "worst first", d.h. "das Schlimmste zuerst". Planen und sortieren Sie Ihre Aufgaben nicht mit der angenehmsten Aufgabe als erstes, sondern fangen Sie mit der unangenehmsten Aufgabe an.
Die Vorteile sind: Sie haben diese Aufgabe erledigt und haben dann nur noch angenehmere Aufgaben vor sich, und zum anderen sind Sie für diese Aufgabe noch frisch und leistungsfähig, da Sie diese als erstes angehen. Und wenn die restlichen Aufgaben entsprechend sortiert sind, dann werden die Aufgaben mit jeder erledigten immer angenehmer.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie diese (unangenehmste) Aufgabe nicht vor sich herschieben. Gerade bei wichtigen aber nicht dringenden Aufgaben ist es oft so, dass Sie diese vor sich her schieben, bis Sie diese irgendwann machen müssen und nicht mehr entscheiden dürfen wann Sie diese erledigen.

Also, essen Sie zuerst den dicken Frosch. Dann haben Sie den schon mal hinter sich ;-)

Kommentare

Als ich Kind war, gab es manchmal etwas zu Essen, was ich nicht mochte. Als ICH Kind war hieß es aber (zumindest bei uns zuhause) noch "was auf den Tisch kommt, wird gegessen".

Sehr zu meinem Leidwesen. Teilweise waren Dinge darunter, die mußte ich wirklich schnell runterwürgen, um sie wegzukriegen. Mein Vater war dahingehend recht erbarmungslos.

Aber als Kind bereits ... völlig unbewußt ... habe ich dieses Problem folgendermaßen bewältigt: Ich habe das BESTE bis zum SCHLUß aufgehoben! Ich hatte etwas, auf das ich mich freuen konnte, als ich das andere Zeug 'runterwürgte'. Und wenn es nur der Nachtisch war - so flutschte das Zeug schneller. Während ich das ekelige Zeug aß, freute ich mich auf das Schmackhafte, Leckere.

Dreierlei Positives konnte ich diesen Erfahrungen abgewinnen:

1. Ich esse heute so gut wie alles. Und nein, ich meine nicht, daß ich es runterwürge. Es gibt heute wirklich nur SEHR wenig, was ich nicht esse. Und das allermeiste MAG ich wirklich. Selbst das Zeug von damals *lol* Ich schreibe dies auch meinem erbarmungslosen Vater zu. Wenn ich jedenfalls eingeladen bin, wird man MICH nicht mäkeln hören "oh ... ich esse aber keinen Fisch" oder "Nein, Tomaten im Salat ... das geht gar nicht" oder "Käse? Igitt!" oder "Oliven ... bähhh" oder "Brot? Aber nur ohne Rinde" oder, oder, oder.

2. Ich probiere alles. Ich freue mich sehr darauf, etwas neues zu entdecken. Hängt vermutlich aber auch mit meiner gesamten Lebenseinstellung zusammen. Ist aber eben auch daraus erwachsen zu wissen, daß NICHTS so schlimm ist, wie es scheint. ;-)

3. Es erwächst in der Tat eine sehr positive Erfahrung, wenn man das Unangenehme zuerst erledigt. Leider gelingt mir dies - trotz meiner praktischen Erfahrungen - nicht immer. Man vergißt solche Weisheiten manchmal auch einfach. Deshalb danke für diesen Beitrag, er hat mich wieder daran erinnert.

Auf den Alltag bezogen gibt es zwei Wege:

1. Du schiebst das Unangenehme auf den Abend.
Den ganzen Tag wird Dich dies belasten. Auch, wenn Du nicht direkt daran denkst ... unbewußt wirkt es. Du hast zwar zunächst Spaß mit erfreulicheren Aktivitäten ... aber ... das Dicke Ende kommt. Und es drückt. Unbewußt.

2. Du erledigst den Schei...kram als erstes. Danach kommt nur noch Spaß. Du bist frei. Kein Streß, kein Druck.

Gilt auch für Wochenaufgaben etc. z.B., "diese Woche müßte ich XY anrufen ... o man ... das wird nicht lustig". Das schiebt man. Schiebe es nicht. Mache es GLEICH. Egal, wie unangenehm. DAS ist dann jedenfalls von Deiner Seele. :-)

In diesem Sinne: die dickste Kröte, den größten Berg Papier, das schlimmste Telefonat/Gespräch, die unangenehmste Aufgabe ... dann kann es nicht nur besser werden ... es WIRD dann auch besser! ;-)

Andreas Nolden
http://www.andreas-nolden.de

Als Eltern hat man es manchmal schwer seinen Kindern etwas klar zumachen. Ein schönes Beispiel

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