Warum wir das Scheitern brauchen um zu wachsen

Das, woran wir glauben, unsere Überzeugungen, die wir haben, vor allem die starren, sind Begrenzungen, in dem Sinne, dass sie uns auf das limitieren, was konsistent mit unseren Überzeugungen ist. Und das alles Inkonsistente nicht möglich ist. Wenn Sie der Überzeugung sind "Bei mir klappt alles, es läuft immer gut.", dann erlauben Sie keine Auftretenswahrscheinlichkeit für Dinge, die schief gehen könnten. Sie berauben sich damit selber der Fähigkeit Fehler zu machen und daraus zu lernen, oder zu lernen wie Sie schwierige Situationen meistern könnten.

Dies kann dazu führen, dass Sie automatisch (unbewusst) die Aufgaben, Projekte und Situationen meiden, bei denen Sie scheitern könnten. Sie setzen sich Ziele, die so klein sind, dass Sie diese auf jeden Fall erreichen können.

Es gibt Menschen, denen fiel es früher sehr leicht mit manchen Dingen. Sie brauchten für Prüfungen, Klausuren oder anderen Tests/Aufgaben nicht viel zu lernen ("Bei mir klappt es sowieso"). Aber mit dem Alter werden die Inhalte des zu Lernenden, und auch das Leben an sich, komplexer, die Menge der Informationen größer. Und wenn sich ein Mensch daran gewöhnt hat, dass er nur wenig (oder gar nichts) für etwas tun braucht, so kann die Erfahrung, dass dies nun nicht mehr so ist, sehr unangenehm sein. Dies kann dazu führen, dass dieser Mensch die Anforderungen an sich und an seine Ziele herunterschraubt, damit es wieder so leicht ist wie früher.

Statt sich aber derart einzuschränken in seiner Entwicklung und seinen eigenen Möglichkeiten, wäre es besser, sich selbst neu zu definieren.

Jeder Mensch baut sich mit den Jahren ein Bild von sich selbst in seinem Inneren auf. Und das Bild des "Mir gelingt alles sofort." in ein Bild des "Ich werde mein Bestes versuchen und aus dem Feedback lernen", eröffnet die Möglichkeit und die innere Leichtigkeit, sich die (größeren) Ziele zu setzen, die man wirklich erreichen möchte.

"Es gibt keine Fehler, nur Feedback"

Dieser Spruch aus der NLP heißt nicht, dass man blauäugig und völlig ohne vorher nachzudenken an Vorhaben herangeht. Es bedeutet, dass man sein Bestes versucht. Sich Gedanken macht über das Ziel, über die Rahmenbedingungen, die Planung, die Organisation, die Struktur und die notwendigen Tätigkeiten, um das Ziel zu erreichen. Und wenn es nicht so läuft, wie gewünscht, passt man den Weg an.

"Wer wagt, gewinnt"

"No risk, no fun"

Kleine Kinder probieren alles mögliche aus. Und sie scheitern, oft, anfangs sogar ständig. Aber sie stehen wieder auf, wenn sie gefallen sind und probieren es erneut. Bis sie es schaffen. Thomas Alva Edison brauchte 10.000 Versuche bis er eine funktionierende Glühbirne hatte. Harry Belafonte sagte einmal "Ich brauchte 30 Jahre um über Nacht weltberühmt zu werden". Sie brauchen keine 30 Jahre zu warten bis Sie erfolgreich sind, auch keine 10.000 Versuche. Erinnern Sie sich daran wie Sie Fahrrad fahren gelernt haben, oder Schwimmen. Sie haben damals nicht aufgegeben, bis Sie es konnten. Sie könnten es heute nicht, hätten Sie direkt nach dem ersten gescheiterten Versuch aufgegeben: "Ich kann es nicht, also lasse ich es bleiben", oder wenn Sie es gar nicht erst versucht hätten, da Sie ja hätten scheitern können.

Natürlich wäre es schön, wenn uns alles schon beim ersten Mal gelänge. Es fühlt sich gut an, sich dieses vorzustellen. Nutzen Sie diese Vorstellung um sich zu motivieren, um sich auf Erfolg auszurichten, und sagen Sie zu sich selbst:

"Ich werde mein Bestes tun, bereite mich gut vor und versuche es schon beim ersten Mal zu schaffen. Wenn es mir nicht gelingt, habe ich etwas gelernt und werde es beim nächsten Mal besser machen."

Abends im Bett ist eine gute Zeit, den Tag revue passieren zu lassen: Was haben Sie gelernt? Was hat Ihnen gefallen heute? Was lief nicht so gut, und wie könnten Sie es morgen (ein wenig) besser machen? Welche interessanten, bereichernden Gespräche hatten Sie? Worauf können Sie sich am nächsten Tag freuen?

Wie gehen Sie mit den Themen "Scheitern", "Fehler", "Feedback" um? Wie motivieren Sie sich es trotzdem (nochmal) zu versuchen?
Ich freue mich von Ihrer Meinung und Ihren Erfahrungen in einem Kommentar zu lesen.

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